aus: Gemeindenachrichten "Der Stab" April/ Mai 2009



“Du bist mächtig in Ewigkeit, Herr, der die Toten lebendig macht

und die Treue hält denen, die im Staub schlafen.
Der tötet und lebendig macht und das Heil ersprießen lässt.
Getreu bist du, die Toten wieder zu beleben.
Gepriesen seist du, der die Toten lebendig macht.”

Dreimal am Tag betet jeder fromme Jude dieses Gebet.
Am Todestag ihres Rabbis (jüdischer Lehrer) tanzen dessen Schüler um sein Grab
– aus Freude darüber, dass er “heimgekehrt ist”.
Ein Ausdruck, den auch ich bei der Trauerfeier auf dem Friedhof gebrauche, der meint:
“Er ist in Gottes Welt gegangen”. hinter dem SteinDie Hoffnung über den Tod hinaus ist fest im jüdischen Glauben verankert und schenkt auch uns Christen einen neuen Blick auf unser 
vergängliches Leben.
Auch das Foto auf unseren Gemein- denachrichten lenkt unseren Blick
hinter den Grabstein. Der harte Stein wird durch das Kreuz durchbrochen.
Lebensspuren zeigen sich hinter dem Kreuz.
Ich stehe oft an Grabsteinen, die nicht so durchlässig sind wie im Bild.
Unzählige Tränen werden vergossen, Fragen nach dem “Warum”, aber auch die Einsicht: “Mutti und Vati sind erlöst”.
Unser Grabstein öffnet für das Hintergründige und es ist nicht von ungefähr, dass uns das Kreuz diese Sicht ermöglicht. Vordergründig ist im Leben meist die Erfahrung von Zweifel und Not, Krankheit und Tod, aber durch das Kreuz Jesu schaue ich weiter, wird auch das Schwere in meinem Leben durchlässig für die Ewigkeit Gottes. Im Kreuz kommt es zur Begegnung von Göttlichem und Menschlichem, öffnet sich meine enge Sicht auf die Dinge in den weiten Horizont Gottes hinein.
Paulus bringt diese Erkenntnis wunderbar auf den Punkt:
“Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi. Wir haben einen Schatz in irdenen Gefäßen, … Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. … Denn wir, die wir leben, werden immerdar in den Tod gegeben um Jesu willen, damit auch das Leben Jesu offenbar werde an unserm sterblichen Fleisch.”              (2.Korinther 4, 6-8.11)

In dieser Gewissheit und von Herzen grüßt Sie Pfarrer Frank Hadlich

© 2007 Ev. Luth. Kirchgemeinde Marienberg   zur Startseite         nach obenzum Seitenanfang