Unser Titelbild möchte ich nennen:
dem Reifen entgegenwachsen.Überreife Weinfelder und eine Naturstein- mauer, die eine Grenze markiert.
Unser
menschliches Leben wächst dem Reifen entgegen. Dabei ist
menschliche Reife nicht in erster Linie eine Frage des Alters, sondern
vielmehr die Frage, ob ein Mensch, egal ob er 16 oder 60 Jahre alt ist,
bereit ist, an den Herausforderungen zu wachsen und das Le- ben
zu lieben.
Jung sein, das ist keine Frage des Alters, sondern die
Frage, ob man sich noch verlieben kann – wenn man verlieben versteht
als sein ganzes Herz an etwas geben, dann hat das wirklich nicht
unbedingt etwas mit dem Geburtsjahrgang zu tun. Das Herz an etwas
geben, das können auch ältere Menschen und manch junge sind dazu nicht
in der Lage.
Man spürt, wer dem Leben offen gegenüber steht und wer
eigentlich schon damit abgeschlossen hat. Träumen, wünschen, sehnen
hoffen, das hat viel mit wachsen, reifen und lebendig sein zu tun. Und
solange sich ein Mensch etwas wünscht, sich etwas erhofft und nach
etwas sehnt, ist er lebendig – und in dem Moment, in dem er sich nach
dem ausstreckt, wächst er auch.
Wer bereit ist, sich auf Neues
einzulassen, wer bereit ist, sich den Herausforderungen im Leben zu
stellen – der wächst dem Reifen entgegen und blüht in Gottes Reich
hinein.
Mit den Worten Paul Gerhards (1653) möchte ich beten:
„Hilf mir und segne meinen Geist mit Segen, der
vom Himmel fleußt, dass ich dir stetig blühe; gib
dass der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und
spat viel Glaubensfrüchte ziehe, viel Glaubensfrüchte ziehe.
Mach in mir deinem Geiste Raum, dass ich dir
werd ein guter Baum, und lass mich Wurzel treiben.
Verleihe, dass zu deinem Ruhm ich deines Gartens
schöne Blum und Pflanze möge bleiben und Pflanze
möge
bleiben.“
Amen
(EG 503, 13.14)
Ihr Pfarrer Frank Hadlich-Theml