Liebe Leser,

Gemeindebrief "Der Stab" August/ September 2009


Unser Titelbild möchte ich nennen:
dem Reifen entgegenwachsen.
Überreife Weinfelder und eine Naturstein- mauer, die eine Grenze markiert.
Unser menschliches Leben  wächst dem Reifen entgegen. Dabei ist menschliche Reife nicht in erster Linie eine Frage des Alters, sondern vielmehr die Frage, ob ein Mensch, egal ob er 16 oder 60 Jahre alt ist, bereit ist, an den Herausforderungen  zu wachsen und das Le- ben zu lieben.
Jung sein, das ist keine Frage des Alters, sondern die Frage, ob man sich noch verlieben kann – wenn man verlieben versteht als sein ganzes Herz an etwas geben, dann hat das wirklich nicht unbedingt etwas mit dem Geburtsjahrgang zu tun. Das Herz an etwas geben, das können auch ältere Menschen und manch junge sind dazu nicht in der Lage.
Man spürt, wer dem Leben offen gegenüber steht und wer eigentlich schon damit abgeschlossen hat. Träumen, wünschen, sehnen hoffen, das hat viel mit wachsen, reifen und lebendig sein zu tun. Und solange sich ein Mensch etwas wünscht, sich etwas erhofft und nach etwas sehnt, ist er lebendig – und in dem Moment, in dem er sich nach dem ausstreckt, wächst er auch.
Wer bereit ist, sich auf Neues einzulassen, wer bereit ist, sich den Herausforderungen im Leben zu stellen – der wächst dem Reifen entgegen und blüht in Gottes Reich hinein.

Mit den Worten Paul Gerhards (1653) möchte ich beten:

„Hilf mir und segne meinen Geist mit Segen, der
vom Himmel fleußt, dass ich dir stetig blühe; gib
dass der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und
spat viel Glaubensfrüchte ziehe, viel Glaubensfrüchte ziehe.

Mach in mir deinem Geiste Raum, dass ich dir
werd ein guter Baum, und lass mich Wurzel treiben.
Verleihe, dass zu deinem Ruhm ich deines Gartens
schöne Blum und Pflanze möge bleiben und Pflanze
möge bleiben.“   Amen                     (EG 503, 13.14)


Ihr Pfarrer Frank Hadlich-Theml


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