L i e b
e G e m e i n d e !
Zum
Erntedankfest rücken die Früchte aus Garten und Landwirtschaft ganz
besonders in unser Blickfeld. Schön und duftend zieren sie die Kirche.
Was wir das ganze Jahr über wie selbstverständlich konsumieren –
an diesem Tag lernen wir es erneut schätzen und danken Gott
für
Wachstum und Gedeihen. Dazu brauchen wir solche Dank- und Gedenktage
wie den 3. Oktober, der uns gleich mehrfach zur Dankbarkeit ermutigt.
Freilich
holt uns der Alltag rasch wieder ein.

Oft geht uns dann die Klage über den Mangel leichter über die Lippen
als der Dank für das Vorhandene. Sind wir so undankbar oder einfach nur
gedankenlos?
In einer gemütlichen Runde kommt die Rede auf die
derzeitige Situation in unserem Land. Die Gemüter erhitzen sich
allmählich. Da steht die Gastgeberin plötzlich auf, holt einen Zettel
und liest vor:
Falls du heute Morgen gesund und nicht krank
aufgewacht bist, bist du glücklicher als 7 Millionen
Menschen,
welche die nächste Woche nicht erleben werden.
Falls
du nie einen Kampf des Krieges erlebt hast, nie die Einsamkeit durch
Gefangen- schaft, den Todeskampf des Gequälten oder Hunger gespürt hast -
dann bist du glücklicher als 500 Millionen Menschen der Welt.
Falls
sich in deinem Kühlschrank Essen befindet, du angezogen bist, ein Dach
über dem Kopf hast und ein Bett zum Hinlegen - bist du reicher als 75%
der Einwohner dieser Welt.
Falls du ein Konto bei der Bank hast
etwas Geld im Portemonnaie oder etwas Kleingeld in einer kleinen
Schachtel - gehörst du zu 8% der wohlhabenden Menschen auf dieser Welt.
Falls du diese Nachricht liest, bist du doppelt gesegnet worden – denn:
1.
jemand hat an dich gedacht und
2. du gehörst nicht zu den 2 Milliarden
Menschen, die nicht lesen können.
Gedanken, die uns dankbar machen
können. Auch unter den Belastungen des Alltags sollten uns die vielen
„Selbstverständlichkeiten“ nicht aus dem Blick geraten.
Herzlich
grüßt sie, Ihr Pfarrer Volkmar Freier
Foto: Frieder Blickle/www.laif.de