aus: Gemeindenachrichten "Der Stab" Februar/ März 2011


L i e b e  G e m e i n d e !

Zugegeben: Es ist nicht leicht zu entziffern, was da in schwungvollen Buchstaben auf dem Hintergrund ineinander fließenderJahreslosung 2011 Farben geschrieben steht – die Jahreslosung für 2011. Die in Japan geborene Künstlerin Yuriko Ashino hat sich mit dem anregenden Vers aus dem Römerbrief auseinandergesetzt
– wie man es ihrer aufregenden Kalligrafie ansehen kann.

Eins wird sofort deutlich: Sie betreibt keine Schwarz-Weiß-Malerei, wie man es bei dem Thema „Gut – Böse“ ja auch vermuten könnte. Hier sind die Grenzen vielmehr fließend und verwischen zum Teil.
Ganz im Sinne von Paulus, der nicht einfach den Teufel an die Wand malt und mit dem Finger darauf zeigt, sondern an vielen Stellen ehrlich davon spricht, wie schwer es schon ist, seinen eigenen „inneren Schweinehund“ zu überwinden.

Dabei stellt sich immer wieder die Frage: Sind die Grenzen zwischen Gut und Böse nicht ziemlich verschwommen? George W. Bush hat nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 („Nine eleven“ jährt sich 2011 zum zehnten Mal)  ziemlich rasch die Welt in gut und böse eingeteilt, indem er von der „Achse des Bösen“ sprach – mit den uns bekannten, verheerenden Folgen.

Wie kann das gelingen: Böses mit Gutem überwinden? Mit Kampf oder Kontemplation? Das Kriegsbeil ausgraben oder eine Sache aussitzen? Das wird immer wieder neu zu durchdenken sein in diesem Jahr 2011 – sowohl im politischen wie auch im privaten Bereich. Böses wird uns in den kommenden Monaten gewiss nicht ganz erspart bleiben; Gott aber traut es uns zu, gut damit umzugehen – künstlerisch beinahe;
ohne Schwarz-Weiß-Malerei: mit ein wenig Mühe, das Verschwommene zu entziffern.

Geduld und Gottes Segen wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Volkmar Freier
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