Was
für ein Blick in die unendliche Weite des Himmels! Das Licht aus der
Höhe bricht durch die schwarzen Regenwolken hindurch, durch diese
dunkle Last, die über unserer Erde hängt. Nun ist er aufgerissen, der
Himmel. Für uns Menschen gibt es einen neuen Horizont. Wie ein offenes
Tor in eine andere Welt.

Der
Himmel zieht wie eh und je große Aufmerksamkeit auf sich. Längst ist er
nicht mehr nur für Klimaforscher, Meteorologen, Weltraumstationen und
Fluglotsen interessant. Nein, die Menschen halten in ihm Ausschau nach
ihrer Zukunft und ihrem Schicksal. Der Himmel hält Sehnsüchte wach und
alte Fragen in Erinnerung. Wo gibt es Grenzen für diese Welt und unser
Leben? Was kommt dahinter? Gibt es noch an anderen Orten Leben?
Der
Himmel ist der Hort ewiger Geheimnisse. Er lehrt uns immer wieder das
Staunen und unseren Blick fürs Weite zu behalten, das tiefe Verständnis
für die eng verwobenen Zusammenhänge auf dieser kleinen Erde. Es gibt
heute nichts mehr rund um den Globus, das uns nichts anginge. „Über den
Himmel“ erreicht uns jede Nachricht im Handumdrehen. Der Himmel - der
so fremde Teil unserer Welt - und doch so gegenwärtig, so einflussreich
auf alles Leben.
Nun ist auch Jesus in diese Unbegreiflichkeit
eingetaucht, wie es im Neuen Testament überliefert ist. Die Gefahr ist
groß, dass wir uns nun die Augen verdrehen und nur noch nach oben
schauen. Eine Gefahr für den Glauben, der abhebt und den Kontakt zur
Welt allmählich verliert. „Was steht ihr da und starrt zum Himmel
empor?“ - lautet die schroffe Frage Jesu, mit der er seine Jünger
wieder auf den Boden der Realität zurück holt. Denn vor dieser Art von
Erstarrung, Träumen, Phantasieren und Spekulieren bleiben wir Christen
nicht bewahrt.
Darum lässt Gott seinen Geist auf seine Jünger
herabkommen. Denn nicht auf den Himmel wird die Gemeinde Jesu Christi
vertröstet, sondern für die Erde fitt gemacht. Die Geschichte der
christlichen Gemeinde geht weiter, in der Kirche auf Erden durch die
Kraft des Heiligen Geistes.
Strahlend-helle Ausblicke in einen hoffnungsvoll-blauen Himmel
wünscht Ihnen Ihr Pfarrer Volkmar Freier